42.195m, über 35.000 Herzschläge in einer Zeit 3:43.47 und ein breites Grinsen beim Durchlaufen des großen Marathon Tors mit anschließender Ehrenrunde im Münchner Olympia Stadion – so würde ich meine Marathon Premiere mit wenigen Worten beschreiben. Oder auch: einfach genial!

Begonnen hatte alles mit einer nächtlichen Schnappsidee im Mai diesen Jahres, Realität geworden ist diese dann gestern Morgen, als um 10.00 Uhr bei herbstlichen drei Grad auf der Ackermannstraße in München der Startschuß fiel. Aber noch einmal ganz von vorne. Wieso meldet man sich nachts um drei zu einem Marathonlauf an und das obwohl man eigentlich gar keine Läuferin ist? Die Antwort auf diese Frage ist leider nicht mehr reproduzierbar… Vielleicht war es einfach nur die Idee einmal einen etwas anderen Stadtrundgang zu machen.

Seit dieser Beschlussfassung im Frühjahr war so einiges passiert, mein Laufpartner musste jobbedingt leider seine Teilnahme canceln und meine Vorsätze im Sommer ganz viel laufen zu gehen wurden konstant von der größeren Lust auf Radfahren und dem Spaß an Mountainbike Rennen teilzunehmen torpediert. Nichtsdestotrotz lief dann vor allem im September das Lauftraining ganz gut, nicht zu letzt auch wegen der netten Laufgruppe von Sport Ruscher. Ein Halbmarathon Mitte September gab dann dem Ganzen noch letzten Schliff und so war ich mehr oder weniger gut gewappnet für 42,195 km quer durch München.

Behutlich angehen und dann in der zweiten Hälfte steigern. So lautete meine Renntaktik. Nach meinem Ergebnis beim Halbmarathon in Kressbronn konnte ich meine Leistungsfähigkeit schon ganz gut einschätzen und peilte also eine Zeit von 3:45 an. Die erste Rennhälfte lief erfreulich flüssig. Doch ab KM28 fing es an schwerer und schwerer zu werden. So langsam machte es sich bemerkbar, dass ich in der Vorbereitung eben nur einen langen Lauf absolviert hatte und diesen noch dazu nicht einmal auf Asphalt, sondern im Wald.

KM32…die letzten zehn Kilometer – eigentlich wurde es ab hier ja so langsam absehbar, oder…aber? Meinen ursprünglichen Plan hier nochmals ein paar Sekunden pro Kilometer schneller zu laufen musste ich hier gegen den Wunsch enfach nur Schritt für Schritt weiter zu laufen und einen fuß vor den anderen zu bekommen, eintauschen. Gerade hatten wir den Marienplatz hinter uns gelassen und drehten anschließend noch eine Runde durchs Museumsviertel, hinunter bis zum Karolinenplatz und dann via Königsplatz nochmal vorbei am Brandhorst Mueum, bevor es noch einmal auf die Leopoldstraße ging, über die wir ganz zu Beginn auf den ersten fünf Kilomteren bereits gelaufen waren. Noch fünf Kilometer bis ins Ziel. Die Beine, waren hier schwer wie Blei, aber die Vorfreude auf den Zieleinlauf und das Wissen, dass ich es jetzt wirklich schaffen würde, gaben nochmals einen super Motivationsschub.

KM41…noch 1195 Meter bis zum Ziel! Wahrscheinlich war das der längste Kilometer meines Lebens. Das Olympiastadion konnte man schon sehen und mit jedem Schritt bekam man mehr von der tollen Stimmung, die dort herrschte, mit. Und plötzlich war es da: Das große Marathon-Tor des Münchner Olympiastadions. Geschafft! Nur noch wenige Meter. Neben mir begannen die Läufer schon zu jubeln und plötzlich liefen die Beine wieder wie ganz von alleine. Die letzten Meter auf der Stadionrunde waren einfach unbeschreiblich und emotional überwäligend, erlösend, befreiend – ach – einfach nur schön!

Nicht zu vergessen ist auch, dass ich während meiner Vorbereitungszeit eine Charity Aktion für die Aktion Deutschland hilft e.V., mit dem Ziel 1.000 € als Hilfe für Ostafrika zu sammeln, gestartet hatte. Pünktlich wenige Stunden vor dem Startschuß war die letzte Spende eingegangen und hat die 1.000 € voll gemacht. Ein sehr herzliches Dankeschön an alle Spender!

PS: Alle Dateninteressierten können hier noch einen Blick auf die Renndaten werfen!